KI-Forschungslabore
An der Westfälischen Hochschule wird seit Jahren intensiv an angewandter KI geforscht. Hier haben sich bereits Labore mit spezieller Ausrichtung auf KI etabliert. Diese bilden das wissenschaftliche Rückgrat unseres Zentrums: Sie sind die Orte, an denen an Lösungen für die Herausforderungen von morgen gearbeitet wird. Unsere KI-Forschungslabore bringen eine tiefgreifende Expertise in unterschiedlichsten Disziplinen der Künstlichen Intelligenz mit – von der Mustererkennung über die Prozessoptimierung bis hin zur autonomen Systemsteuerung. Durch die enge Vernetzung dieser gewachsenen Strukturen im neuen Anwendungszentrum schaffen wir einen soliden Raum für interdisziplinäre Forschung und reale Umsetzung. Entdecken Sie um Folgenden die Labore und deren Projekte. Dort werden aus KI-Methoden und -Technologien greifbare Werkzeuge für Wirtschaft, Gesellschaft und die Smart City von morgen.
Das Institut für Internet-Sicherheit – if(is) wurde 2005 an der Westfälischen Hochschule gegründet, um Innovationen im Bereich der anwendungsorientierten Internet-Sicherheitsforschung zu schaffen. Das if(is) hat seine Wurzeln im Fachbereich Informatik. Rund 50 MitarbeiterInnen befassen sich dort täglich mit der Forschung an lösungsorientierten Methoden zur Steigerung der Internet-Sicherheit für alle Zielgruppen – von Großunternehmen und Mittelständlern über die Betreiber kritischer Infrastrukturen bis hin zum Endverbraucher in seinem digitalen Alltag.
Bereits seit über 15 Jahren beschäftigt sich das Institut intensiv mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Dabei stehen sowohl der Schutz von KI-Systemen als auch der Einsatz von KI für IT-Sicherheit und Datenschutz sowie die Gewährleistung von Datenschutz in KI-Systemen im Fokus der Forschung.
Kontakt: Prof. Dr. Tobias Urban
Das geospaitial lab ist ein Forschungsteam für Künstliche Intelligenz und kommunale Geoinformationen. Es ist konkret auf die Extraktion von Objekten aus Fernerkundungsdaten und weiteren Geoinformationen mit Methoden und Werkzeugen der KI im Kontext kommunaler Prozesse und Anforderungen ausgerichtet. Das Forschungsteam hat seit seiner Gründung 2019 verschiedene weitere Förder- und Auftragsforschungsprojekte erfolgreich durchgeführt. Zu den Kooperationspartnern zählen etwa die Städte Gelsenkirchen, Bottrop, Bocholt, Dormagen, Dortmund, der Kreis und die Städte des Kreises Recklinghausen sowie Emschergenossenschaft Lippeverband und Regionalverband Ruhr. Die fachlichen Beispiele fallen vornehmlich in den Bereich der KI für Stadt- und Verkehrsplanung, etwa die automatisierte Generierung von Straßenzustandskarten für das Erhaltungsmanagement von Innerortsfahrbahnen oder die automatisierte Erkennung von Versiegelungsflächen anhand von Luftbildaufnahmen. Als Ergebnisse konnten den Kommunen Softwarekomponenten zur Anwendung bereitgestellt werden.
Kontakt: Prof. Dr. Christian Kuhlmann
Wie sieht die Stadt der Zukunft aus? In URBAN.KI-RESEARCH, dem Forschungslabor des KI-Anwendungszentrums URBAN.KI, warten wir nicht auf Antworten, sondern entwickeln sie aktiv mit. Als Herzstück der deutschen KI-Initiative für Kommunen schließen wir die entscheidende Lücke zwischen theoretischer Forschung und praktischer Anwendung vor Ort. Unsere Mission ist es, Künstliche Intelligenz gezielt als Werkzeug einzusetzen, um die vielfältigen Herausforderungen moderner Stadtentwicklung und Verwaltung zu meistern. Dabei setzen wir auf eine enge Symbiose: Wir kombinieren das tiefe Fachwissen der kommunalen Experten mit unserer technologischen Exzellenz, um maßgeschneiderte Lösungen für die Smart Cities von morgen zu entwerfen.
Im Fokus von URBAN.KI-RESEARCH steht die Umsetzungsgeschwindigkeit. Wir glauben nicht an langwierige Projekte in der Theorie, sondern an die Kraft des Rapid Prototyping. Gemeinsam mit den Kommunen identifizieren wir konkrete, drängende Anwendungsfälle und überführen diese agil in funktionale Prototypen. Durch dieses iterative Vorgehen wird der Nutzen von KI für die Menschen in den Kommunen sofort erlebbar und evaluierbar. Wir schaffen einen Raum, in dem aus Daten echter Fortschritt entsteht und innovative Technologien direkt in den Dienst der Gemeinschaft gestellt werden. So gestalten wir heute die intelligenten, lebenswerten und resilienten Lebensräume für die Generationen von morgen.
Kontakt: Prof. Dr. Tobias Urban
Das Robotiklabor der Westfälischen Hochschule wird seit 2009 von Prof. Dr.-Ing. Hartmut Surmann im Fachbereich Informatik geleitet und forscht an autonomen Boden- und Flugrobotern für den Einsatz in menschenfeindlichen und sicherheitskritischen Umgebungen. Für seine Forschung verfügt das Labor über einen vielfältigen Park robotischer Systeme – von kleinen und großen Drohnen über radgesteuerte mobile Roboter und Manipulatoren (Roboterarme) bis hin zu humanoiden und vierbeinigen Laufrobotern.
Im Mittelpunkt steht die Rettungs- und Katastrophenrobotik: KI-gestützte Roboter und Drohnen, die Einsatzkräften bei der Lageerfassung in eingestürzten, verrauchten oder überfluteten Gebäuden helfen. Methodisch verbindet das Labor Deep Learning, Reinforcement Learning und Computational Intelligence mit klassischer Robotik – von SLAM, Structure-from-Motion und Multi-View-Stereo über die 3D-Rekonstruktion mit 360°-Kameras und Neural Radiance Fields / Gaussian Splats bis zur autonomen Navigation und semantischen Kartierung. Als Gründungsmitglied und über das Deutsche Rettungsrobotik-Zentrum (DRZ) sowie europäische Verbundprojekte (u. a. NIFTi, TRADR) kooperiert das Labor eng mit der TU Dortmund, dem Fraunhofer IML und IAIS sowie Feuerwehren und zivilen Sicherheitsbehörden. Seine Systeme waren in realen Einsätzen erprobt – etwa nach den Erdbeben in Mirandola (2012) und Amatrice (2016), beim Industriebrand in Berlin-Marienfelde und bei der Flutkatastrophe in Erftstadt/Blessem (2021). Aktuelle Arbeiten wie die Waldbrand-Simulation ROSHAN oder das Drohnenprojekt AirGuard-AI (URBAN.KI, 2025) überführen die Forschung als offene Software direkt in den kommunalen Bevölkerungs- und Katastrophenschutz.
Kontakt: Prof. Dr.-Ing. Dipl. Inform. Hartmut Surmann